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 Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]

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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 12:36 am

China (1839–1842)
~Zeit des ersten Opiumkrieges~



Arthur lief hastig den Flur entlang. Schon jetzt war er unglaublich gereizt. Was für eine Unverschämtheit das Ganze war! Einfach alles!
Zu spät war er auch noch, weil dieser Vollidiot vorhin nicht genug Englisch konnte um ihn vernünftig den Weg zu erklären, letztendlich war er auch noch in die falsche Richtung geschickt worden.
Arthur hielt inne. Hatte der Chinese ihn vielleicht absichtlich in die Falsche Richtung geschickt? Oder hatte er den Weg einfach nicht gewusst? Aus diesem Volk wurde er einfach nicht schlau.


Er öffnete die Tür zum Konferenzraum, trat ein und schloss die Tür hinter sich wieder.
Mit der dementsprechenden Entschuldigung für sein zu spät kommen, schon auf den Lippen, schließlich sollte man höflich bleiben, sah er sich um. Der Raum war leer.
Der Brite rollte die Augen. Yao war noch gar nicht da! Natürlich. Entnervt setzte sich Arthur auf einen Stuhl an dem Verhandlungstisch und hielt die Tür im Auge.
Arthur verstand Yaos ganzes Verhalten einfach nicht. Wenn er ihm und nicht nur ihm sondern auch anderen Europäern den Handel erleichterte, würde doch auch sein eigenes Land davonunglaublich profitieren.

Es war aber nicht nur das. Die Europäer die in China lebten wurden schlecht behandelt und in irgendwelche Ghettos gepfercht noch dazu konnten die Chinesen meistens kein Englisch. Und die Handel vielen immer unfair zu ihren Gunsten aus, wodurch nicht zuletzt seine eigen Landsleute große Verluste machen.
Auch mischte sich China zum Beispiel mit Silber in europäische Handelsräume ein, was dort die Volkswirtschaft schwächte
Er selbst handelte mit Opium in China, was, dass musste er zugeben, auch nicht so tolle Auswirkungen auf die Volkswirtschaft hatte.
Deswegen wollten sie ihm jetzt den Handel einschränken!


War das zu fassen? Das machten sie in Europa schließlich auch nicht!
Es entstanden immer mehr Spannungen und wenn die nicht bald geklärt wurden sah Arthur schwarz für die Zukunft.
Genervt tippelte Arthur mit dem Fuß und wartete weiter…
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Wang Yao
Drache des Ostens
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 1:14 am

Yao saß ruhig in seinem Zimmer, sein Blick viel aus dem Fenster. Langsam nahm er einen Zug von seiner Opiumpfeife ehe er sie ausdrückte. Der Berater des Kaisers betrat das Zimmer, knapp verbeugte er sich vor seinem Land. "Herr Wang...", begann er. "Der Kaiser schickt mich... Sie hätten eigentlich ein Termin mit Herr Kirkland...", fuhr der Berater nun fort.
Ein leises Seufzen überkam Yao, langsam erhob er sich, klopfte seine Kleidung gerade.
"Ja ich weiß... aber er ist selbst Schuld...", murmelte der Chinese eher zu sich selbst. Rasch nahm er seine Jacke, zog sie sich so gleich über. "Er hat mein Volk und mich mit seinem dreckigem Zeug in diese Lage gebracht... also brauch er nicht glauben, dass ich pünktlich komme...", ergänzte er noch, während er sein Zimmer verlies.


Nun machte er sich doch auf dem Weg zum Konferenzraum, er wollte dann ja doch nicht unhöflich sein.
Aber eigentlich gab es für ihn nichts, was er zu bereden hatte.
Sein Kaiser hatte diesen Entschluss gefasst und Yao konnte seine Ansicht nur teilen.
Es war einfach eine zu lange Zeit, eine viel zu lange Zeit, litt sein Volk und auch er schon unter diesem Opium, was Arthur immer wieder bei ihm einfuhr.
Es war genug und er wollte das endlich stoppen.
Dass es ihm schlecht ging, er krank und entkräftet war, war ihm fast egal.
Es sollte nur seinem Volk gut gehen.


Kurz blickte der Chinese auf die Uhr, er war bereits viel zu spät, aber das war ihm eigentlich egal. Dennoch beeilte er sich, er wollte das ganze schnell über die Bühne bringen und wieder nach Hause.
Im Eilschritt ging er zu dem Konferenzraum, kurz ließ er dabei den Blick durch die Straßen schweifen. Sein Blick verfinsterte sich, es war zum kotzen.
Er sah es immer wieder und viel zu oft, Bewohner seines Landes, auf der Straße sitzend und dieses Zeug rauchend und oft nicht genug Geld für anderes.
Normaler Weise würde er sich wohl sagen, 'hört doch einfach auf', aber das konnte er nicht, er wusste selber wie schwer das war.


Alleine hatte er es nicht geschafft und auch sein Kaiser konnte ihm dabei nicht helfen, oft hatte er es geschafft ihn vor Gefahren zu schützen, aber diese hier, war eine ganz andere.
Etwas, dass man selber zu bekämpfen hatte und genau das hatte er nun vor.


Als Yao nun endlich bei dem Konferenzraum angekommen war öffnete er die Tür. Langsam trat er herein, schloss die Tür hinter sich.
Der Blick des Chinesen fiel auf Arthur, welcher schon genervt am Tisch saß.
Nun setzte sich auch Yao an diesen, sah zu seinem Gegenüber. Ein leises grummeln entkam seinen Lippen.
Arthur...
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 1:46 am

Irgendwann ließ Arthur seinen Blick von der Tür zu der Wand schweifen. Sie war kunstvoll bemalt, wie der komplette Raum eigentlich.
Unglaublich schöne Bilder von Blüten, Drachen in Rosa, Gold, Rot und vielen anderen Farben zierten das ganze Zimmer.
Wäre der Engländer nicht bereits so aufgebracht gewesen hätte er sich vielleicht mehr Zeit genommen diese Art der Kunst zu betrachten oder versucht eines der Zeichen abzumalen, die auch überall waren und die er sowieso nicht verstand.


Er hatte versucht Chinesisch zu lernen, aber das war echt schwer. Warum konnten die nicht ein Alphabet haben? Nein, Tausende von Zeichen, jedes bedeutete etwas anderes und wehe man setzte einen Strich falsch. Absolut frustrierend.
Auch die restliche Einrichtung des Raumes war anders als er das vom europäischen Stil her kannte.
Kunstvolle Vasen und große Fächer, ebenfalls mit den Zeichen verziert... Sogar der Tisch war etwas kleiner als die Zuhause. Das war bis jetzt auch das einzige was ihm an China gefiel. Die Leute hier waren mal nicht drei Köpfe größer als er…Das und natürlich der Tee.

Gerade als der Brite abwägte, wie unhöflich es wohl wäre danach zu fragen, ging die Tür auf und Yao kam herein.
Arthur bekam keine anständige Begrüßung, nur ein grummeln als Yao sich hinsetzte.
Das provozierte den Briten. Aber sich lautstark darüber aufzuregen wäre so einfach und wahrscheinlich das was Yao damit erreichen wollte.

Arthur hatte eine bessere Idee. Er stand auf. Ruhig. Und ging um den Tisch herum das er vor Yao stand. Dann streckte er ihm die Hand entgegen.
Er wählte bewusst diesen extrem westlichen Gruß, natürlich wusste er, dass man sich in China zur Begrüßung eigentlich verbeugte.
Aber so zwang er Yao mehr oder weniger die westliche Tradition auf und brachte ihn, bewusst, in diese Zwickmühle, reichte er ihm nicht die Hand wäre das nämlich sehr unhöflich und das wusste er, reichte er ihm die Hand passte er sich dem Westen an. Selber schuld, dachte Arthur, er ist zu spät gekommen und hätte ebenso grüßen können.

„Guten Abend“, sagte er und blickte Yao in die Augen.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 2:09 am

Gerade wollte der Chinese richtig grüßen, da stand Arthur schon auf, trat um den Tisch vor ihm und hielt ihm die Hand hin.
Yao blieb ruhig, sein Blick fiel auf die Hand des Briten. Leicht verfinsterte sich sein Blick.
Wie konnte er es wagen? Yao empfand diese Geste nun mehr als unhöflich, Arthur wusste, dass man sich hier so nicht grüßte und Yao wusste, dass Arthur das wusste, er machte das mit Absicht.
Er wollte ihn provozieren.


Ruhig hielt Yao seine Hände in seinen Ärmel. Er ließ die Augen von Arthurs Hand ab und erwiderte den Blick seines Gegenübers. Kurzes Schweigen trat in den Raum. Die Luft war angespannt, leicht kniff Yao die Augen zu, lies den Briten nicht aus den Augen. Kurz schweifte sein Blick wieder zu der Hand des anderen, welche ihm immer noch entgegen gehalten wurde.


Arthur verlangte echt von ihm, ihm die Hand zu reichen, müsste Yao jetzt nicht seine Haltung wahren, würde er vermutlich etwas lachen. So etwas Unhöfliches hatte er noch nie erlebt.
Noch nie hatte er sich den Europäern angepasst und er hatte es auch dieses Mal nicht vor.
Warum sollte er auch? Er war viel älter als alle anderen, wenn es wen gab, der sich anzupassen hatte, dann waren es die Europäer.
Das war zumindest seine Meinung und auch die Meinung seines Kaisers.


Ein seichtes Lächeln überkamen die Lippen des Chinesen, seinen Blick hatte er weiter auf den Briten vor ihm gerichtet, er würde ihn auch nicht so schnell abwenden.
Er würde ihn beobachten, wie lange er wohl stand hielt?
Yao bereitete sich geistig lieber auf die kommende Verhandlung vor, als sich jetzt diesen Etiketten zu widmen.
Während er nachdachte, konnte Arthur sich ja noch mal überlegen, die Hand nicht doch zurück zu ziehen. Yao hingegen würde warten, mal sehen wer zuerst nach gab.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich seine dreckige Hand schütteln werde... Wenn du schon mit mir verhandeln willst, dann grüße mich anständig..., dachte der Chinese für sich, während er dem Briten immer noch ein engelsgleiches Lächeln schenkte.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 3:02 am

Arthur beobachtete wie sich der Blick von Yao verfinsterte und zwischen seiner Hand und seinen Augen umherwandelte.
Sein Gegenüber blieb erstaunlich ruhig. Gewisse andere Leute wären ihm wahrscheinlich schon an die Gurgel gesprungen. Yoa blieb tatsächlich meistens ruhig und höflich in der Regel auch.
Trotzdem sein Verhalten war unverschämt.


Auf der anderen Seite konnte Arthur das auch verstehen, überlegte er. Wenn Yao sich zur Begrüßung verbeugt hätte, hätte er sich zurückverbeugt? Darauf konnte er keine richtige Antwort geben.
Gut das Yao seine Hände in den Ärmeln trug, sonst hätte Arthur sie vielleicht von sich ausgenommen und geschüttelt und das wäre wirklich zu viel gewesen. Arthur ließ seine Hand langsam sinken, sah ihm aber weiter in die Augen.


Wahrscheinlich wäre es das Beste es hinzunehmen, meldete sich die Stimme der Vernunft. Nehm es ihn, setzt dich hin und sag was du zusagen hast.
Aber dann lächelte der Chinese, nur ein Bisschen aber er lächelte. Das brachte das Fass zum überlaufen.
Er hielt dem Blick weiter stand das konnte er gut, mit Francis hatte er sich schon mal eine Stunde einfach nur angestarrt.
Provozieren konnte er auch.

„Was ist denn aus der allseits bekannten Gastfreundschaft geworden?“, fragte er.
„Erst...“, er schaute auf die Uhr um das Gesagte zu unterstreichen, „…kommst du viel zu spät und dann werde ich nicht mal ordentlich begrüßt. Tzs“
Dann ging er kopfschüttelnd, als ob Yao ein Kind wäre, das Unsinn gebaut hat, auf seinen Platz zurück, dabei ignorierte er gepflegt die Tatsache das Yao um einiges älter war als er. Das war Absicht.


Kurz wägte er ab was er sagen sollte. Die Stimme der Vernunft meldete sich noch mal, aber sein Stolz und sein Temperament waren lauter.
Arthur setzte sich auf seinen Platz, stützte die Ellbogen auf den Tisch und legte das Kinn auf die übereinander gelegten Hände, so taxierte er Yao noch einen Moment bevor er sagte:
„Es ist ja schön, dass du endlich doch was ändern willst, aber dann fang doch nicht mit der Tradition der Gastfreundschaft an…“
Ein schelmisches Lächeln, halb hinter den Händen versteckt, umspielte seine Lippen, egal wie sein Gegenüber reagieren würde…Arthur sah sich im Vorteil und das würde er ausnutzen.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 3:25 am

Yao hatte den Briten nicht aus den Augen gelassen, das Lächelnd aufrechterhaltend blickte er seinen Gegenüber schweigend an.
Dieser hatte nun endlich seine Hand weggezogen und wieder hingesetzt. Der Chinese legte seine Hände auf den Schoß und faltete sie zusammen.


Kurz kniff er die Augen zusammen, nachdem Arthur zu reden begann. Yao öffnete den Mund, schloss ihn jedoch so gleich wieder. Ein leises Seufzen überkam seine Lippen.
"Nun...", begann er, Arthur in die Augen blickend, "Der Verhalten ist aber auch nicht die feine englische Art...", fuhr er mit einem Lächeln fort.


Der Chinese hob leicht seine Hand, schnipste einmal. So gleich betrat jemand den Raum und brachte Tee, goss Yao und dem Briten eine Tasse ein und verschwand so gleich wieder.
"Weißt du Arthur... ich bin nicht wirklich hier um mit dir zu verhandeln...", genüsslich nahm er einen Schluck des Tees. "Ich werde mir anhöre, was du zu sagen hast, zu allem höflich nicken und dann wieder gehen, damit man wenigstens sagen kann, dass ich hier war."


"Wenn du von mir erwartest, dass ich mich füge, dann muss ich dich leider enttäuschen.", ergänzte Yao. Kurz stellte er die Tasse bei Seite.
"Wenn sich hier jemand ändern muss, dann bist das du und nicht ich. Ich werde nur beschützen, was mir wichtig ist."


Glaubst du wirklich, hier etwas zu erreichen? In Europa magst du vielleicht eine große Nummer sein, aber hier herrschen andere Regeln.
Der Chinese setzte erneut sein sanftes Lächeln auf, als er dies dachte.
Manchmal konnte er seinem nördlichem Nachbar Konkurrenz machen.
Er sah unschuldig aus, doch er war stark und wenn er wollte, konnte er andere niederringen und einschüchtern.


Erneut nahm der Chinese einen Schluck seines Tees, entspannt schloss er die Augen und lehnte sich nach hinten.
"Vielleicht sollte ich dich daran erinnern, wo du hier bist... Hier hast du dich nach mir zu richten und...", kurze Zeit hielt er inne, lies seinen Blick durch den Raum schweifen ehe er wieder zu dem Briten sah. Ein unschuldiges Lächeln zierte sein Gesicht.
"Ich habe nicht so viel für Kompromisse übrig~"
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Fr Feb 01, 2013 11:49 pm

Arthur hatte gehofft den Chinesen etwas aus der Reserve locken zu können, aber Yao blieb weiterhin ruhig. Dafür schwand Arturs eigene Geduld Sekunde um Sekunde.
„Erzähl DU mir nichts über die feine englische Art“, zischte der Brite, noch mehr gereizt durch das anhaltende Lächeln des Chinesen.

Dann hob Yao allerdings die Hand und jemand brachte Tee herein. Das lenkte Arthur kurz ab, er zwang sich, sich zu beruhigen und nickte dem Chinesen, der den Tee gebracht hat kurz zu. Er wollte sich nicht die Blöße geben und ausrasten, auch wenn er wohl kurz davor stand. Es viel ihm allerdings um einiges schwerer als als Yao weiter sprach. Arthur nahm die Tasse in die Hand, trank aber nich

Mit einem bösen Blick taxierte er den Asiaten. „Vielleicht will ich auch nicht verhandeln.“, setzte er an. Er wollte nicht das Yao sich überlegen fühlte. „Und ändern muss ICH mich ganz bestimmt nicht.“, fügte er hinzu.
Er wollte beschützen, was ihm wichtig war? Merkte er denn nicht, dass er nicht nur ihn sondern auch einige andere Europäischen Länder gegen sich hatte? Na ja bald wirst du es schon merken, dachte Arthur, mal schauen ob du dann immer noch so dämlich grinst…Die Welt ist nicht mehr wie die vor tausend Jahren
Auch in seinem Land wurden die Leute langsam unruhig. Opiumhändler und die Ostindienkompanie wollten die Regierung dazu überreden China den Krieg zu führen. Bis jetzt war nur eine Flotte von Schiffen nach China unterwechs aber die Lage war sehr angespannt.

Dann sprach Yao weiter und Arthur knallte seine Tasse auf den Tisch. Was sollte das heißen, er hatte sich nach Yao zu richten? Er beugte sich leicht nach vorne. „Willst du mir damit drohen?“, fragte Arthur gereizt. Er rechnete sich selbst zwar insgesamt die größeren Chancen zu, nicht zuletzt weil er sich seiner großen Seemacht bewusst war. Aber auf der anderen Seite hatte Yao recht, im Moment war er selbst in China und ziemlich in der Unterzahl.
Er sah Yao weiterhin an.
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 12:24 am

"Und warum bist du dann hier~?", erwiderte er leise auf die Aussage des Briten, dass auch er vielleicht gar nicht handeln wolle. Yao blickte zu Arthur, welcher wohl nun seiner Wut verfallen war und die Tasse auf den Tisch knallte.
Mit einem Ruck zog der Chinese einen Fächer aus seinen Ärmeln, schlug diesen auf und wedelte sich etwas frische Luft zu. Dabei sah er den Briten mit einen durchaus abschätzigem Blick an, welcher seine Gedanken verriet.
Komm mir nicht so nahe... Stinkendes Insekt..!


"Und den schönen Tee hast du auch verschüttet...", fuhr er seine Gedanken fort. Langsam erhob sich Yao aus seinem Stuhl und wandte sich von dem Briten ab.
"Du solltest lernen dich zu beherrschen... So kann dich keiner ernst nehmen."
Eigentlich hätte er sich das eher verkneifen sollen, denn auch Yao schaffte es hin und wieder auszurasten und dabei eine Tasse auf den Tisch zu schlagen waren da noch die angenehmen Dinge.


Der Chinese ging einige Schritte auf die Wand zu, warf dann seinen Blick zu Arthur rüber. Das Lächeln war von seinen Lippen nicht verschwunden, jedoch leicht von dem Fächer versteckt.
"Man merkt dir dein junges Alter wahrlich an...", Yao verengte die Augen leicht zu Schlitzen als er dies sagte. Sanft strich er über Schriften an der Wand, fuhr mit seinem Finger die einzelnen Zeichen nach und las dabei leise vor, was er mit seinen Fingern nachmalte.
"Geduld ist unbändige Willensstärke.", übersetzte er es dann für den Briten. "Das solltest du dir vielleicht merken... Du hast das Temperament eines Ziegenbocks...", warf er dem Briten mit netter Stimme an den Kopf, dabei auf die Schrift sehend.


Yaos Blick schweifte kurz durch den Raum ehe er wieder zu Arthur blickte. "Naja... ein bisschen siehst du ja auch so aus.", gab der Chinese hinter seinem Fächer bekannt.
"Du solltest an die arbeiten... Yīngguó..."
Er hatte ihn bewusst nicht beim Namen genannt, erst Recht nicht würde er ihn England nennen. Yao empfand es schon als dreist, überhaupt Englisch mit ihm sprechen zu müssen, da durfte er sich ja wohl auch mal eine solche Unhöflichkeit erlauben.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 1:59 am

Artur ignorierte die Frage von Yao, genau wie er seine Frage, ob das nun eine Drohung war oder nicht, nicht beantwortet hat.
Oder galt hier der allgemein bekannte Satz: Keine Antwort ist auch eine Antwort?


Wie auch immer, der Brite merkte wie er immer mehr die Beherrschung verlor. Er hatte verdammt noch mal genug Probleme in Europa, da brauchte er nicht auch noch welche in Asien!
Was sollte das? Wie konnte er wagen sich so zu vehalten?

Dann nahm es sich dieser dumme kleine Asiate tatsächlich raus Arthur zu tadeln und wies ihn darauf hin, dass er den Tee verschüttet hat. Als ob er das nicht selbst gemerkt hätte!
Das reichte. Er hatte genug.
Sei froh, dass ich dir die verdammte Tasse nicht an den Kopf geworfen habe!


Dann stand Yao auf und drehte ihm den Rücken zu. Die Versuchung die Tasse tatsächlich zu werfen wurde unglaublich groß.
"Du solltest lernen dich zu beherrschen... So kann dich keiner ernst nehmen." Mit einem Ruck stand Arthur auf.
Ich zeig dir gleich wie ich mich beherrsche! Er biss die Zähne zusammen.

Man sah ihm sein junges Alter an? Arthur machte ein paar Schritte auf ihn zu.
„Und man merkt wie eingerostet und festgesessen du bist!“, erwiderte der Brite.


Dann beschäftige Yao sich mit seinen dummen Zeichen Arthur zitterte schon vor Wut.
Und dann griff Yao ihn persönlich an. Er beleidigte ihn und sprach dann auch noch Chinesisch mit ihm.
Das war’s, sämtliche Sicherungen knallten bei ihm durch.


Arthur stand nun direkt vor ihm, die pure Verachtung in seinem Blick, vermischt mit Wut.
„Du wirst dich noch umgucken!“, fauchte er und tippte dabei mit dem Finger gegen Yao’s Brust.
„Die Welt besteht nicht nur aus China!“
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 2:20 am

Yao konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, welches er hinter seinem Fächer versteckt hatte. Und er hatte es doch geschafft, Arthur zum ausrasten zu bringen.
Beleidigt blickte der Chinese zu dem anderen, als dieser behauptete, er wäre eingerostet und festgesessen. "Ach bin ich das?", erwiderte er mit einem fröhlichem Unterton.
Mit einem Ruck hatte Yao den Fächer zusammen geklappt und in die Richtung des Briten geworfen.


Knapp streifte der Fächer Arthurs Wange ehe er durch dessen Haaren zu der hinteren Zimmerwand, in welche der Fächer letztlich stecken blieb, flog.
Dass er nicht richtig getroffen hatte war Absicht.
So gleich holte der Chinese einen zweiten Fächer aus seinen Ärmeln hervor, verdeckte damit erneut sein Gesicht zum Teil.


Yao blickte zu dem Briten auf, welcher nun direkt vor ihm stand und es auch noch wagte ihn anzufassen.
Schnell schnappte sich der Chinese die Hand Arthurs, lies sie jedoch so gleich wieder los und gab wie bei einem kleinen Kind einen Patsch drauf.
"Sei nicht so unhöflich...", forderte Yao mit höflichem Tonfall während er sich mit dem Fächer etwas Luft zu wedelte.
Yao drehte sich von dem Europäer weg und schritt langsam gen Tür.


Wütend kniff der Chinese seine Augen zu. Mit finsterer Miene, halb hinter dem Fächer versteckt sah er Arthur in die Augen.
Ein leises Grummeln entwich seiner Kehle.
"Die Welt besteht auch nicht nur aus dir...", erwiderte er auf die Aussage des Briten, jedoch auf Chinesisch.
Er hatte keine Lust mehr, sich dieser, seiner Meinung nach, primitiven Sprache anzupassen.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 2:51 am

„Ja bist du!“, wütend stampfte Arthur mit dem Fuß auf. „Und das schlimme ist du merkst es nicht!“
Er schrie noch nicht, aber seine Stimme war schon lauter.“ Du lebst in deiner eigenen Welt und verschließt die Augen vor dem Vorschritt!“
„Damit tust du deinem Land keinen Gefallen!“ , fügte er bissig hinzu.

Auf einmal flog ihm der Fächer um die Ohren. Bevor er die Handbewegung der Chinesen überhaupt realisiert hatte, streifte er seine Wange und hinterließ einen Kratzer, der etwas blutete.
Er folgte dem Fächer mit seinem Blick und sah, dass er in der Wand stecken blieb.


Das war ja schon fast unfair. Yao konnte den Fächer als Waffe benutzten! Ihm selbst war das Recht auf eine Waffe verwehrt gewesen geblieben, sonst hätte er jetzt schön seinen Colt herausgeholt.
Trotz allem hatte Arthur einen Dolch bei sich zur Sicherheit und natürlich fühlte er sich jetzt bestätigt.

Dann behandelte der Chinese ihn, wie ein kleines Kind und patsche auf seine Hand!
Der letzte der es geschafft hat Arthur so auf die Palme zu bringen, war Francis gewesen und das war auch schon eine gute Weile her.

Dann ging Yao plötzlich in Richtung Tür.
Was glaubte er wer er war? Das er ihn erst so behandeln und dann stehen lassen konnte?
Dann murmelte er wieder was auf seiner blöden Sprache. Bestimmt hat er ihn beleidigt, vermutete Arthur.
Das musste er sich nicht bieten lassen. Mit zwei Schritten war er hinter Yao, packte ihn, drehte ihn um und drückte ihn unsanft gegen die Wand.

Wütend sah er ihm in die Augen. „Was glaubst du wer du bist, alter Mann?“, fragte er mit einem bösen Unterton. „Mir gehört ein Viertel der verdammten Welt, weißt du das eigentlich?“ Arthurs Augen funkelten unheilvoll.
„Das lass ich mir nicht bieten“, setzte er an, hatte dann aber eine Idee, er setzte ein freches Grinsen auf und fuhr mit etwas ruhigerer Stimme fort: „Oder hat das ganze Opium dir den Verstand vernebelt?“
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 3:30 am

Yao schwieg nur auf das, was ihm der Brite vorgeworfen hatte. Er hatte keine Lust mehr sich damit zu befassen. Doch innerlich kochte sein Blut. Leicht hatte er die Hand verkrampft, den Fächer darin zerdrückt.
Der Chinese lies den kaputten Fächer zu Boden bröckeln, legte seine Hände wieder in den Ärmeln an einander und ging weiter.


Arthur jedoch hatte ihn gepackt und an die Wand gedrückt. Der Blick des Chinesen verfinsterte sich. "Was glaubst du eigentlich, mit wem du hier redest du Gör?!", gab er grummelnd zurück.
Doch der nächste Satz des Briten versetzte ihm einen Stich in sein Herz. Reflexartig Yao den anderen mit einem Griff zu Boden gerungen. Grob drückte er das Knie in die Wirbelsäule von Arthur.


Nun war auch bei ihm das Fass endgültig über gelaufen. Yao hatte den rechten Arm des Briten mit dem eigenen Bei an dessen Oberkörper gedrückt. Den anderen Arm hatte er zu sich gezogen, umfasste ihn grob.
Schweigend senkte der Chinese den Blick, nur leicht konnte man seine braunen Augen durch seinen Pony hervor blitzen sehen.


Yao legte zwei Finger an den Daumen des Briten.
"Ja... mag sein, dass dir ein Viertel dieser Welt gehört...", erwiderte der Chinese leise, riss dabei rasch den Daumen Arthurs zu sich, bis es laut knackte, legte danach seine Finger an den Zeigefinger des anderen.
"Ja vielleicht bist du stark...", fuhr er leise fort und ging bei diesem Finger genau so vor wie beim Daumen.


Yao näherte sich Arthurs Gesicht. "Vielleicht bist du auch stärker als ich...", hauchte er leise in das Ohr des Briten, setzte dabei die Finger an den Mittelfinger an, bog auch diesen so lange, bis er ein lautes Knacken vernommen hatte.
"Aber eins...", fuhr er leise fort. Wanderte behütet zu dem Ringfinger von Arthur. "...kannst du mir glauben mein lieber Yīngguó..."


Langsam überdehnte er auch diesen Finger, hielt kurz inne, ehe er ihn durchbrach. "Wenn du so weiter machst wie bisher, wird dich jeder einzelne verlassen...", hatte Yao leise gehaucht während er sich wieder aufrichtete.
"Und dann wirst du wieder auf die Größe einer Ameise zusammen schrumpfen und im Schatten der Größeren den Rest deines Lebens am Arsch Europas verbringen!"
Mit dieses Satz hatte er sich auch den kleinen Finger geschnappt, welcher mit einem lauten Knacken das Ende von Yaos Satz untermalte.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 5:30 am

Yao hielt seinem Blick stand. Und Arthur behielt sein Grinsen im Gesicht.
Mit Genugtuung hatte er beobachtet wie Yao seinen Fächer zerdrückt und auf den Boden geworfen hat. Also hatte er ihn doch, wenigstens etwas, aus der Fassung bringen können.


Nun sahen sie sich erneut in die Augen und fast schon amüsiert bemerkte der Engländer wie sich Yaos Blick weiter verfinsterte.
"Was glaubst du eigentlich, mit wem du hier redest du Gör?!", fragte dieser. Hochmütig Blickte Arthur ihn an. Jemanden der bald sein blaues Wunder erleben wird...


Seine nächste Bemerkung jedoch schien etwas in dem Chinesen zu ändern.
Arthur nahm noch ein kurzes Aufblitzen seiner Augen wahr, im nächsten Moment lag er schon, bevor er irgendetwas dagegen tun konnte, auf dem Boden. Yao über sich.
Der Chinese drückte ihm sein Knie in die Wirbelsäule. Arthur fluchte und rang nach Luft.
Der Engländer zappelte etwas konnte sich aber nicht aus dem Griff lösen. Wie hat er das so schnell geschafft? , fragte sich Arthur überrascht.


Dann kam die Wut, die der Schock zunächst überlagert hatte zurück und er versuchte weiter sich zu befreien. Es funktioniert nicht und das frustrierte ihn noch mehr. Er hätte ihn auch bitten können, von ihm abzulassen aber die Blöße wollte er sich nicht geben und viel zu wütend war er auch.
„Geh runter von mir you bloody Bastard!“ zischte er.

Aber Yao blieb einfach ruhig und bewegte sich nicht. Der Moment schien sich ewig hinzuziehen.
Dann merke Arthur wie Yao sich bewegte, sehen konnte er ja nicht viel. Für einen kurzen Moment glaubte der Engländer fast, er würde wieder runter von ihm gehen.
Aber der Chinese legte seine Finger an seine Daumen. Warum tut er das denn?, wunderte sich Arthur, der diese Bewegung nirgendswo einordnen konnte,
Dann sprach Yao mit einer Stimme die Arthur einen Schauder über den Rücken jagte .

"Ja... mag sein, dass dir ein Viertel dieser Welt gehört...",setze dieser an. Arthur war gespannt wie er den Satz nun beendete.
Doch plötzlich war ihm einen Moment schwarz vor Augen. Es gab nichts mehr um ihn herum. Nicht das Zimmer mit den Kunstvollen Wänden, nicht den Fächer neben ihm auf dem Boden, nicht Yao, nur den unbeschreiblichen Schmerz in seinem Finger.

Arthur schrie auf. Dann realisierte er langsam. Er hat mir den Daumen gebrochen…Er hat mir den Daumen gebrochen…
Da redete der Chinese auch schon weiter und legte die Finger an seinen Zeigefinger. Er würde doch wohl nicht?
Doch, Yao brach ihm auch diesem Finger. Arthur versuchte den Schmerzensschrei zu unterdrücken, aber es gelang ihm nicht richtig. Der Brite stöhnte und Tränen traten ihm in die Augen


Er atmete stoßweiße und versuchte seine Gedanken zu ordnen aber schaffte es nicht
Mit einem Anflug von Panik bemerkte er wie Yao seine Finger nun auch an seinen Mittelfinger legte, für einen Moment wollte er ihn einfach bitten aufzuhören, doch während er noch mit sich rang, brach Yao ihm auch diesen Finger. Erneut schrie er auf.


Dann näherte sich Yao seinem Gesicht, hauchte ihm mit einer Stimme ins Ohr, die ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ und wanderte zu seinem Ringfinger, den er ihm langsamer brach.


Er biss die Zähne zusammen, trotzdem stöhnte er auf. Dann sagte Yao etwas, auf das Arthur normalerweise eine Menge erwidert hätte und brach ihm auch noch den kleinen Finger.
Noch immer klangen seine Worte in Arthurs Kopf nach aber das einzige was ihn im Moment beschäftigte, war, der Wunsch, das Yao nicht mit seiner anderen Hand weiter machte.


Er atmete immer noch heftig und der Schmerz war unerträglich. Trotzdem fühlte er sich in seinem Stolz verletzt und die pure Wut kam über ihn. Das gibt Rache, schwor er sich.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 5:02 pm

Mit einem Grinsen voller Genugtuung lies der Chinese von dem Briten unter sich ab. Er lockerte den Griff, welchen er um Arthurs linke Hand gelegt hatte und lies diese zu Boden fallen. Langsam erhob sich Yao und blickte zu dem anderen runter, wandte sich dann jedoch ganz ab und ging Richtung Tür.


Kurz blieb er stehen, warf einen Blick auf Arthur, welcher noch mit einem schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden lag.
"Du schreist wie ein kleines Mädchen...", gab er dann leise bekannt. "Ich hoffe, dass dir das eine Lehre war... Du solltest nicht vergessen, mit wem du es hier zu tun hast..."


Yao hob seine Hand, schnipste einmal und jemand betrat den Raum. Der junge Chinese, welcher so eben reingekommen war bekam nur einen Blick von Yao zugeworfen, welcher ihn wissen ließ, was er zu tun hatte.
Der Chinese ging zu Arthur und hatte sich zu ihm gesetzt, begann langsam die Finger des Briten einzeln zu behandeln.
Yao drehte sich von der Tür weg zu Arthur, mit langsamen Schritten ging er auf ihn zu. Einen kurzen verächtlichen Blick warf er zu diesem runter, eher er weiter, dabei einmal fest auf die gebrochene Hand des Briten tretend, weiter zu der Wand ging in welcher sein Fächer steckte.


Yao zog den Fächer das der Wand, klappte ihn auf und wedelte sich etwas Luft zu. Sein Blick fiel wieder zu dem Engländer, dessen Hand weiter behandelt wurde.
Kurz wägte er ab ob er ihn danach einfach so gehen lassen sollte. Ihm war schon klar, dass ein Kampf bevor stehen würde. Eigentlich hatte er darauf keine Lust, aber jetzt war es zu spät daran noch etwas zu ändern. Aber er wollte wenigstens etwas fair bleiben, deswegen wurde ja sogar Arthurs Hand behandelt, das war das mindeste, was er jetzt tun konnte und wollte.


Er klappte den Fächer wieder zusammen, lies ihn in seinem Ärmel verschwinden und tauschte ihn durch seine Opiumpfeife aus.
Yao entzündete das Opium in dieser und ein seichter Geruch stieg in den Raum. "Das stört dich doch nicht oder?", fragte er nun höflich, auf das Opium bezogen, musste dann jedoch leicht lachen. "Natürlich nicht... das wäre ja auch ziemlich dreist von dir...", beantwortete er sich dann jedoch die Frage selbst ehe er einen Zug nach.


Der Chinese welcher Arthur behandelte blickte kurz zu Yao, er war wohl von der ganzen Situation verwirrt, aber er fragte lieber nicht weiter nach. Er beschäftigte sich lieber weiter um die Behandlung des Briten.
Yao erhob sich nun, trat an Arthur heran und beugte sich zu ihm. Dabei nahm er einen kräftigen Zug von seiner Opiumpfeife, behielt das ganze jedoch noch im Mund. Mit einem Lächeln auf den Lippen blieb er vor dem Gesicht des Blonden, pustete ihm dann seinen Opiumqualm entgegen.


Sanft legte Yao seine Hand auf den Kopf des anderen, strich einmal drüber und wanderte darauf zu dessen Gesicht.
"Hast du geweint?", fragte er neckisch, während er ihm seicht die Schmerzenstränen von den Augen wischte.
"Das ist ja irgendwie schon niedlich...", fuhr er dann leise fort. "Vielleicht solltest du nach Hause gehen... nicht, dass du noch Heimweh bekommst mein Kind..."


Auch wenn er das sagte, gehen lassen würde er ihn nicht, doch es machte Spaß, ihn zu ärgern, weil er sein Temperament noch weniger unter Kontrolle hatte, als er selbst.
Yao warf dem jungen Chinesen einen Blick zu, der einem Befehl glich, so gleich lies dieser von Arthurs Hand ab, welcher aber nun auch fertig behandelt war.
Yao erhob sich aus seiner Hocke, nahm einen Zug von seinem Opium. Mit einem Schritt, trat er mit voller Absicht über den Engländer auf dessen gerade behandelte Hand.


Langsam ging er zur Tür, warf noch einen kurzen Blick zurück zu Arthur und dem Chinesen.
"Du weißt, was zu tun ist...", kündete nur an.
Daraufhin holte der Jüngere einen Strick hervor, knotete damit grob die Hände des Briten zusammen. Mit einem Ruck hatte er ihn an den Haaren gepackt und daran herauf gezogen.
Yao beobachte das Ganze nur mit einem Lächeln auf den Lippen.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 7:45 pm

Endlich ließ Yao von ihm ab. Arthur unterdrückte ein Wimmern. Es tat so verdammt weh, erstrecht als seine Hand auf den Boden viel. Erneut stiegen ihm Tränen in die Augen. Das einzige was größer war als der Schmerz, war die Wut auf den verdammten Chinesen.


Dann blieb der Asiate stehen und sah ihn an. So einfach wollte er ihn nicht davon kommen lassen.
Als Antwort auf das was er sagte, schleuderte Arthur ihm sein Messer entgegen.
Das Messer steifte ihn und blieb neben dem Fächer in der Wand stecken.
Da ließ Yao jemanden kommen der sich Arthurs Hand annahm. Ob es der gleiche war, der auch den Tee gebracht hat, konnte Arthur nicht mit Sicherheit sagen.

Als der junge Mann seine Hand berührte zuckte zunächst erneut Schmerz durch seinen Körper und er wollte sie reflexartig wegzeihen, aber der Chinese hielt sie fest und behandelte sie dann wurde der Schmerz auch weniger.
Eins musste man den Chinesen lassen, von Heilkunst verstanden sie wirklich eine Menge.


Dann kam Yao allerdings herüber und trat, natürlich mit Absicht auf seine Hand. Arthur stöhnte auf.
„Verdammter Bastard“ zischte er durch die zusammengebissen Zähne. Ich hasse dich. Ich hasse dich…
Der junge Chinese behandelte seine Hand weiter und der Schmerz lies wieder etwas nach.

Dann setzte Arthur sich auf. Er musste ja nicht auf dem Boden liegen bleiben.
Da kam Yao wieder auf ihn zu, der plötzlich eine Opiumpfeife statt dem Fächer in der Hand hielt und anfing zu rauchen. Am liebsten hätte der Engländer seine Bemerkung, bezüglich des Opiums von vorhin wiederholt, war allerdings nicht sehr scharf drauf das seine andere Hand auch noch gebrochen wurde.

Der Chinese blieb vor ihm stehen und pustete ihm den Qualm direkt ins Gesicht. Daraus resultierte, dass Arthur stark husten musste, auch wenn er das Zeug überall hin schiffte, selbst rauchen tat er es nicht.

Dann kostete Yao seine Überlegenheit aus und das machte den stolzen Briten wahnsinnig vor Wut.
Am liebsten hätte er zugebissen als Yao es wagte ihm ins Gesicht zu fassen.
Oh jaa, dachte Arthur zornig, ich werde nach Hause fahren und dann gnade dir Gott wenn ich wieder komme…

Noch einmal trat Yao auf seine Hand. „Fahr doch zu Hölle“, grummelte Arthur und biss die Zähe zusammen.
Wenigstens tat die Hand nicht mehr so weh wie am Anfang. Yao ging zur Tür.
Das war es jetzt oder was? Da hätte sich Arthur die Fahrt auch echt sparen können.


Der Engländer ging nun davon aus, dass er zurück nach Hause fahren und die Lager erklären konnte um hinter her mit einer schönen Flotte zurück zu kommen.
"Du weißt, was zu tun ist...",sagte Yao und Arthur dachte zunächst, der junge Man würde ihn nun nach draußen ‚begleiten‘ natürlich würde Yao sich diese Blöße nicht geben.
Stattdessen nahm der Mann jedoch einen Strick und fesselte Arthur.
Damit hatte er nicht gerechnet. Brutal wurde er an den Haaren hochgezogen.
Wütend starrte er Yao an.
„Was soll der Scheiß?“, sein Herz begann schneller zu schlagen. So etwas durfte Yao doch gar nicht tun oder?
Trotzdem schaffte Arthur ein schiefes Grinsen. „Du machst einen großen Fehler. Die Leute wissen das ich hier bin…"
"Damit tust du Niemanden einen Gefallen."
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 8:13 pm

Finster blickte er zu dem Briten, als dieser es wagte, dass Messer nach ihm zu werfen, welches auch noch einen Schnitt an der Wange hinter lies.
Yao hatte dann jedoch nur das Blut weggestrichen und von seinen Fingern geleckt.
Danach wandte er seinen Blick wieder ab.


"Ja und?", erwiderte er auf die Aussage des Briten, dass man ja wisse, dass er hier ist. "Ich bin nicht so blöd, bekannt zu geben, dich gefangen zu nehmen.", ergänzte er dann mit einem Lächeln. "Wenn jemand fragt, dann verhandeln wir..."
Yao warf dem jungen Chinesen einen Blick zu, welcher darauf hin von Arthur abließ und aus dem Raum verschwand.
Yao trat zu dem Briten heran, packte den Strick und zog ihn unsanft zu sich. Danach ging er zu einer kleinen Drachenstatur in der hinteren Ecke des Raumes, drückte kurz dessen Kralle nach unten, worauf sich die Wand ein Stück weit öffnete. "Wir nehmen eine Abkürzung... Damit dich ja keiner sieht."


Danach trat der Chinese in die nur leicht beleuchteten Gänge, kurz nachdem er auch Arthur rein gezogen hatte, verschloss sich die Wand wieder.
Yao dachte über die Worte des Briten nach, während er die Gänge entlang ging.


Vielleicht hatte Arthur recht, vielleicht beging er einen Fehler. Aber das war dem Chinesen gerade reichlich egal. Denn wie auch immer er sich jetzt verhalten würde, es würde zum Krieg kommen. Das stand für ihn fest.
So konnte er sich wenigstens noch etwas Zeit geben, würde er den Briten laufen lassen, würde dieser seine Truppen vermutlich sofort los schicken. So war er gezwungen zu warten, bis jemand seine Abwesenheit merkte oder es ihm gelang zu fliehen.
Und das letzte würde Yao zu verhindern wissen, er hatte nicht vor ihn gehen zu lassen.


Nach dem Yao einige Zeit schweigend durch die unterirdischen Gänge gelaufen war, erblickten die beiden wieder Tageslicht.
Mit einem Ruck öffnete er eine Bodenlucke, sprang an die Oberfläche und zog Arthur grob hinter sich her.
Kurz blickte sich der Chinese um, sie waren in einem Ghetto angekommen. Hier dürfte uns niemand erkennen..., stellte er lächelnd fest und richtete sich auf.


Yao ging voran, zog den Briten weiter hinter sich her. Die beiden erregten wohl etwas Aufsehen, die Blicke waren auf sie gerichtet. Denn im Gegensatz zu den Europäern die hier hausten, waren Yao und Arthur adrett gekleidet und gepflegt.
Leise und genervt seufzte der Chinese auf. Diese Blicke störten ihn und er versuchte nicht sonderlich drauf zu achten.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 9:08 pm

Ungläubig hörte Arthur dem Asiaten zu.
„Glaubst du ich verrate keinem was du getan hast?“, fragte er bissig.
„Das wird Konsequenzen nach sich ziehen! Mal schauen wie du das vor deinem Land rechtfertigen willst…“
Arthur hoffte immer noch das Yao ihn einfach gehen ließ.


Mit einem Anflug von Genugtun dachte der Brite an das Gesicht des Chinesen, dass er machen würde wenn er plötzlich die britischen Kriegsschiffe im Hafen hatte, die ja sowieso unterwechs waren, auch wenn sie ihm persönlich wohl nicht viel nützen würden…
Aber wenigstens für einen Moment müsste Yao dann annehmen man wüsste schon bescheid.


Dann öffnete Yao einen Geheimgang und Arthur wurde zunehmend nervös.
Dann zog ihn der Asiate in den Gang hinein und auch wenn Arthur sich mit allem was er hatte dagegen stemmte, konnte er es nicht verhindern.
Er fluchte leise. Aber er wollte den Chinesen nicht bitten ihn gehen zu lassen, dafür war er nicht der Typ, also hob er hochmütig den Kopf und unterdrückte die Panik die ihn langsam beschlich.


Das Yao ihn so in der Hand hatte gefiel ihm überhaupt nicht. Seine Hand war gebrochen, er war gefesselt und in einem Land in dem er die Sprache nicht sprach und sich nicht auskannte.
Arthur überlegte wie lange es voll dauern würde, bis jemand seine Abwesenheit bemerkte. Mit einem Hauch von Bitterkeit kam ihm der Gedanke, dass wahrscheinlich Francis auch noch der erste sein würde dem auffiel das er weg war. Aber Verhandlungen konnten Tage dauern, Wochen!
Es konnte also noch eine ganze Weile dauern bis jemand bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Arthur schluckte.

Irgendwann kamen sie aus dem Tunnel wieder heraus. Der Engländer blinzelte gegen das Tageslicht.
Yao zog ihn weiter. Arthur kämpfte gegen seinen Griff an, konnte sich aber nicht befreien.
Er hatte die Kraft des Chinesen völlig unterschätz. Idiot, tadelte er sich selbst dafür. Aber hatte Yao auch nie so was….Boshaftes zugetraut. Das hatte ihn total überrascht noch immer pochte seine Hand. Gut, den Fehler mache ich bestimmt nicht noch mal. Er zog ein Gesicht und stemmte sich erneut gegen Yao, woraus lediglich resultierte das er stolperte.


Nach einer Weile realisierte er wo sie waren. Das war also eins dieser Ghettos von denen er gehört hatte.
Erneut stieg die pure Wut in ihm hoch. Er stampfte mit dem Fuß auf und schaffte es wenigstens für einen Moment das Yao stehen bleiben musste.
Dieser schien auch noch genervt von den Menschen hier zu sein.
Das machte den Briten einfach rasend.
Arthur spuckte ihm vor die Füße, zu verlieren hatte er sowie so nichts mehr.
„Hast du eigentlich schon mal was von Menschenrechten gehört? Du Mistkerl?“, fuhr er seinen Gegenüber an.


Die Leute sahen sie an. Arthur überlegte…Sie waren Europäer, vielleicht halfen sie ihm?
Aber er wollte auch nicht unbedingt um Hilfe schreien. Also fragte er lauter: „Wie kannst so was tun?“, damit man auch ja hörte, dass er Englisch sprach.
Wenn er sich irgendwie befreien konnte, wäre er ja zunächst aufgeschmissen, weil er sich nicht auskannte, aber die anderen Europäer könnten ihm doch dann bestimmt weiterhelfen?
Schließlich war er auch gekommen um ihnen zu helfen.
Und jetzt stand er gefesselt bei ihnen im Ghetto, über diese Ironie musste er schon fast ein wenig schmunzeln.

Das Yao allerdings so ruhig blieb bereitet ihm Sorgen. Er verfiel nicht in eine Oh-mein-Gott-was-habe-ich-getan-Stimmung.
Hatte er alles von Anfang an geplant?
Wenn ja, dann sah es schlecht für Arthur aus und das wusste er.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 10:07 pm

"Es gibt nichts, wofür ich mich rechtfertigen müsste...", erwiderte er auf die Aussage des Briten, verlor danach kein weiteres Wort mehr.
Yao wollte sich nicht weiter damit befassen und schwieg nun deswegen.
Finster blickte er zu Arthur, als dieser ihm vor die Füße gespuckt hatte. Ein leises Knurren überkamen die Lippen des Chinesen.


Seine Augen verengten sich immer mehr zu Schlitzen, je mehr der andere sprach.
"Sei still!", forderte er bissig. Mit einem Blick der töten könnte sah er dem Briten in die Augen.
Sein Gerede machte ihn unglaublich wütend, aber er versuchte das nicht zu zeigen.
Natürlich wusste er, dass das alles hier nicht richtig war, aber er selber hatte da leider nicht so viel mit zu reden. Oft war es die Regierung die solche Dinge bestimmte.


Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, war Yao selbst so wie auch sein Kaiser lediglich eine Art Aushängeschild.
Nett aussehen und gut reden können, das war es, was sie tun sollten, doch bei den wirklich wichtigen Dingen konnte der Chinese oft nur zusehen.
Mittlerweile hatte das ganze natürlich nach gelassen, doch dachte Yao an seine Kindheit zurück, so erinnerte er sich an eine Zeit, in der es nur ihn gab. Die Regierung hatte ihn damals vollends isoliert, lange Zeit kannte er sonst nichts.


Ihm wurden stets die Augen zu gehalten. Er sollte nicht sehen, wie es in der Welt draußen vor sich ging. Seine Regierung war oft der Meinung, es gäbe wichtigeres.
Natürlich war das von Kaiser zu Kaiser unterschiedlich, einige ließen ihm viel Freiheit, andere sperrten ihr regelrecht ein.
Eigentlich war Yao dieses hin und her schon gewohnt, weswegen er sich kaum noch darüber beschwerte.


Doch gerade jetzt, durch Arthurs Aussage, kochte vieles wieder in ihm hoch. Am liebsten hätte er ihm sofort den Hals zu gedrückt, er wollte das nicht hören.
"Weißt du...", begann er leise. "Menschenrechte... gibt es hier nicht mal für mich...", fuhr er dann fort, seinen Blick weiter in die Augen seines Gegenüber gerichtet.
"Es gibt einen großen Unterschied zwischen dir und mir..."
Yao zog einmal an dem Strick, um sein Gesagtes zu unterstreichen. "Denn selbst jetzt, gefesselt und nicht in der Lage dich irgendwie zu befreien..."


Yao atmete einem tief durch ehe er weiter sprach. "... bist du freier als ich es jemals sein werde."
Kurz blickte sich der Chinese in dem Ghetto um, sah zu den Europäern, von denen die beiden fragend angestarrt wurde. "Selbst sie hier... obgleich sie keine Arbeit haben, nichts zu Essen und durch Krankheiten total entkräftet sind...", langsam hatte er sich hingehockt, nahm eine kleine Puppe, welche auf dem Boden lag in die Hand. Er betrachtete sie kurz. "Sind freier..."
Anfangs blieb er noch unglaublich ruhig in der Stimme, doch je mehr er sagte, desto zittriger wurde sie.
Yao hielt den Strick fest im Griff, richtete sich wieder auf und zog Arthur nun kräftig zu ihm.


"Denkst du etwa ich bin blind?", schrie Yao nun, er wollte sich nicht mehr beherrschen. "Glaubst du ich weiß nicht, was hier abgeht?", fuhr er wütend vor. "Hältst du mich für so herzlos, dass es mir egal ist, was hier passiert?"
Dem Chinesen traten vor Wut kleine Tränen in die Augen. "Ich habe einfach keine Möglichkeit was zu ändern!"
Yao warf dem Briten das Strick ins Gesicht, ballte die Hände zu Fäusten. "Sobald ich versuche irgendetwas hier zu ändern läuft es nur wieder aufs Gleiche hinaus.", schrie er Arthur wütend mit einem Zittern in der Stimme entgegen.


"Du hast keine Ahnung von mir und meinem Land. Glaubst du etwa nur, weil du frei durch die Gegend schippern kannst, geht es jedem so oder was?", je mehr er schrie, desto fester zerdrückte er die Puppe, welche er noch immer in der Hand hielt. Gerade als er fort fahren wollte, merkte er ein Zuppeln an seinem Gewand. Yao hielt inne, sah zu dem kleinen Mädchen runter, welches nach seiner Kleidung gegriffen hatte.


Seine noch wütende Miene verschwand als er das traurige Gesicht des Mädchens wahrnahm. Yao spürte, wie das Mädchen nach seiner Hand, in welche er die Puppe hatte, gegriffen hatte. Vermutlich gehörte die Puppe ihr.
Langsam öffnete der Chinese seine verkrampfte Hand, sah zu der Puppe von welchen nun einige Nähte geplatzt waren.
Yao hockte sich zu dem Mädchen hin, holte schnell einen kleinen Kasten aus seinen Ärmel hervor. Mal gut, dass er immer alles Mögliche parat hatte, man konnte ja nie wissen.
Rasch hatte er das Püppchen geflickt und dem Mädchen hingehalten. "Tut mir leid...", murmelte er leise, während er sanft über das Haar des Mädchens strich.


Yao packte den Kasten zurück an seinen Platz und holte darauf einen kleinen Apfel, welchen er noch bei sich trug heraus.
Sanft drückte er diesen dem Mädchen in die Hände, welches sich nun mit einem Lächeln bedankte und danach zurück zu ihrer Familie lief.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Sa Feb 02, 2013 11:59 pm

Bewusst hatte Arthur den Chinesen provoziert, obwohl er ja schon am eigenen Leib erfahren hatte, dass der Schuss ordentlich nach hinten losgehen kann.
Er meinte kurz sich nicht rechtfertigen zu müssen und schwieg zunächst. Leicht knurrte der Chinese und für einen Moment befürchtete Arthur schon wieder zu weit gegangen zu sein. Aber sein Temprament ging mit ihm durch.


Aber Arthur regte sich weiter auf, auch wenn Yao ihn anwies ruhig zu sein. Solange er reden konnte, würde er das mit Sicherheit auch tun. Das war ja auch das einzige, was er im Moment tun konnte. Dann sah der Asiate ihn mit einem Blick an, der ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Der Engländer schluckte, hielt dem Blick aber stand. Er fragte sich was in dem Kopf seines Gegenübers vorging.
Aber er konnte es wirklich nicht einschätzen, was ihn zunehmend verunsicherte. Er hatte sich ja schon vorher total verkalkuliert, was den Chinesen anging.


Eigentlich konnte es ihm aber auch egal sein, was Yao dachte, wichtiger war was er tat und getan hatte.
Der Brite war immer noch sauer deswegen, er konnte sich nicht erinnern jemals so behandelt worden zu sein und seine Wehrlosigkeit machte ihn fast Wahnsinnig.
Yao schwieg erneut und schien verloren in seinen Gedanken, wenn er nicht immer noch den Strick festgehalten hätte, hätte Arthur vielleicht versucht wegzurennen.

Als Arthur abwägte ob er sich einfach losreisen sollte, brach Yao plötzlich sein Schweigen und irgendwie änderte die Atmosphäre sich, auch wenn Arthur nicht beurteilen konnte, wie.
Die Stimme des Chinesen wurde zunächst leise und er meinte Menschenrechte gäbe es nicht mal für ihn. Wie sollte Arthur das denn verstehen?
Dann zog er erneut an dem Strick und Arthur bis die Zähne zusammen.

Sein Gegenüber sagte etwas, das Arthur trotz der Gesamtsituation, kurz zum Nachdenken brachte.
Aber was sollte er drauf erwidern? Er war überrumpelt davon das Yao sich ihm, einen potentiellen Feind auf diese Art und Weise öffnete, weil er nicht davon ausging das solche Aussagen welche waren die Yao jeden Tag beliebig, egal vor wem tätigte.


Kurz schien Yao sich der Melancholie hinzugeben aber dann kehrte die Wut zurück.
Seine Stimme wurde erst zitterig dann schrie Yao ihn an.
Arthur hörte ihm zu und fühlte sich zunehmend unwohl in seiner Haut, Yaos Worte echoten in seinem Kopf.
„Du triffst deine eigenen Entscheidungen“, gab Arthur zurück. „Mir die Finger zu brechen war deine eigene Entscheidung und das hier“, sagte er mit einem Blick auf seine Fesseln, „auch.“

Yao schrie weiter herum. Arthur selbst erhob nun auch die Stimme.
„Glaubst du wirklich ich bin so viel freier als du?“, gab er zurück. „Ich kann überhaupt nicht hinfahren wo ich will! Sonst würde ich mich weder auf diesem blöden Kontinent Namens Asien noch in Europa rumschlagen!“ Er hielt kurz inne, bevor er mit leiser Stimme fortfuhr „Nur weil mich meine Blöde Regierung, immer in irgendwelche scheiß Bündnisse zwingt und ich sonst wo hingeschickt werde habe ich America verloren!“

Das hatte eigentlich gar nicht sagen wollen. Mit einer Mischung aus Scham und Wut sah er weg und bemerkte das kleine Mädchen, dass auf sie zukam.
Yao hatte ja die Puppe in der Hand, die er wie ein Antistressball zerdrückt hatte. Jetzt beschäftigte Yao sich mit der Puppe und dem kleinem Mädchen.
Arthur beobachte wie der Chinese in die Hocke ging und die Puppe nähte.


Natürlich tat Yao ihm auf der einen Seite jetzt leid. Arthur wusste, dass er lange isoliert von der Außenwelt gelebt hatte aber genau deswegen verstand der Brite nicht warum sich Yao sich so konsequent gegen alles Neue wehrte und sich nichts vom Vorschritt aneignen wollte.
Er brauchte es sich in dem Sinne ja nicht mal holen, Arthur und andere Länder aus Europa brachten ihm die Sachen ja quasi vor die Haustür.

Auf der anderen Seite war Arthur immer noch sehr wütend, denn seine gebrochene Hand war ja wohl ganz alleine Yaos Idee gewesen.
Er beobachtete wie der Chinese die Puppe nähte.
Wie konnte er so böse und gleichzeitig so freundlich sein?

Da realisierte Arthur das Yao ihm einen Moment aus den Augen ließ.
Vorsichtig lief der Brite ein paar Schritte rückwärts in Richtung der anderen Europäer.
Wenn er sofort losrannte würde Yao wohl etwas merken. Also ging er zunächst langsam um zu rennen wenn er schon etwas weiter weg war.
Wie er dann die Fesseln abbekam wäre das nächste Problem.
Erstmal weg von Yao...
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   So Feb 03, 2013 1:20 am

Der Chinese hatte auf das, was Arthur geantwortet hatte weitestgehend geschwiegen. Natürlich machte er seine eigenen Entscheidungen, natürlich war er es, der dem Briten die Finger gebrochen hatte. Aber Yao war einfach nicht in der Lage, Dinge in seinem Land zu ändern, wenn er es wollte.
Wenn es nach ihm ginge, müssten die Europäer nicht in solchen Ghettos leben, doch seine Regierung bestand immer wieder darauf, dass die eigene Bevölkerung wichtiger sei.


Mit einem leichtem Lächeln sah er dem Mädchen nach, welches nun zu ihrer Familie zurück gerannt war. Natürlich hatte der Chinese mitbekommen, wie Arthur sich davon machte. Während er aus der Hocke ging, griff er nach dem Strick, welcher sich zusammen mit Arthur aus dem Staub zu machen versuchte.
Mit einem Ruck zog er den Briten wieder zu sich. "Wo willst du denn hin? Habe ich gesagt, dass du gehen darfst?", sagte er nun, immer noch leicht wütend.
Kurze Zeit schwieg er, ging dann auf den Europäer zu, blickte zu ihm auf. "Eigentlich habe ich keine Lust mehr auf dich, aber gehen lassen, werde ich dich auch nicht...", Yao nahm das frei Ende des Strick und begann es sich um das eigene Handgelenk zu binden.


Danach ging er schnell weiter, zog Arthur hinter sich her. Er wollte schnell raus aus diesem Ghetto, des Anblick konnte er nicht mehr lange ertragen. Nach einigen Minuten, waren sie in einer etwas freundlicheren Gegend angekommen, einige Leute guckten, wegen des Stricks, welcher Arthur an Yao fesselte. Aber mittlerweile war der Chinese in einer Stimmung angekommen, in welcher ihm das völlig egal war.


Yao dachte über das Geschehene nach, er hätte wohl doch lieber zu Hause bleiben sollen, dann wäre er jetzt wenigstens nicht so schlecht gelaunt. Ihm ging es selten so mies.
Während er Arthur durch die Straßen schleifte holte er seine Opiumpfeife heraus. Schnell entzündete er das Opium in ihr und nahm einen kräftigen Zug.
Wenigstens das konnte ihn gerade ein wenig beruhigen. Ein leises Seufzen überkam seine Lippen, noch nie hatte es jemand geschafft, ihn so wütend zu machen.
Yao holte noch eine zweite Opiumpfeife hervor, entzündete auch diese, steckte sie dann aber Arthur in den Mund.
Hoffte, dass er davon vielleicht etwas runter kam. Denn auch der Brite war nicht nur leicht wütend.


Danach setzte sich der Chinese auf eine Bank, nahm erneut einen Zug und sah in den Himmel. Leicht lehnte er sich an die Banklehne zurück.
Kurz schloss er die Augen, öffnete sie dann jedoch wieder, als er merkte wie sich Regentropfen auf seiner Haut niederließen.
Yao sah dem Regen entgegen, welcher immer schneller auf ihm runter prasselte. Hätte man es nicht besser gewusst, hätte man ihn wohl für tot gehalten.


"Ja ich glaube schon...", beantwortete er dann die Frage des Briten von vorhin, ob er glaubte, dass dieser so viel freier sei, als er selbst.
"Du kannst durch die Welt reisen...", fuhr er leise fort. "Was hält dich davon ab, einfach abzuhauen?", fragte er schließlich.
Yao hatte seinen Blick nicht von dem Regen abgewandt. Schloss dann aber, nach dem er weitere Zeit geschwiegen hatte, seine Augen wieder. "Ich wäre zu schwach dafür..."
Erneut nahm er einen Zug von seinem Opium, atmete den Qualm danach langsam aus. "Hättest du Amerika wirklich behalten wollen, hättest du doch jeder Zeit zu ihm fahren können... du warst doch ständig unterwegs, wer hätte das denn kontrollieren sollen..."


"Ich denke...", Yao atmete einmal tief aus. "... so verschieden sind wir doch gar nicht. Wir handeln wohl, was das angeht ähnlich... nur aus anderen Gründen... und deiner ist wenigstens edel...", fuhr er leise fort.
Langsam lief ihm eine Träne über die Wange, welche sich auch schon mit dem Regen vermischte.
"Ich denke... dass du deiner Königin treu ergeben bist... Du tust, was sie dir sagt...", stellte der Chinese dann für sich fest. "Du bist loyal... das ist okay so..."

"Aber ich... bin einfach nur feige."
Yao sagte dies mit einem leichtem Lächeln. Das Lächeln war von Bitternis durchzogen und eher traurig. "Ich würde es nicht schaffen, dass was ich habe, durch Freiheit zu tauschen... Ich habe oft darüber nach gedacht, einfach wegzurennen, aber dafür bin ich nicht stark genug...", hatte er dann leise erklärt, nahm erneut einen Zug.


"Ich hätte einfach Angst, dass ich alleine nicht klar komme...", Yao öffnete wieder die Augen, blickte in den Himmel. Der Regen hatte wieder etwas nachgelassen. "Das du Amerika verloren hast... tut mir leid. Es ist sicherlich schwer, jemand gehen lassen zu müssen, der einem sehr wichtig ist... Aber du bist dazu wenigstens in der Lage..."


Langsam setzte sich der Chinese wieder auf, sah zu dem Briten rüber, dass Lächeln trug er noch immer auf den Lippen. "Ich weiß wie das ist jemanden zu verlieren, den man mag... Ich habe Japan verloren und ich werde auch Korea eines Tages verlieren... Aber im Gegensatz zu dir, wird es mein eigenes Verschulden sein... Ich bin zu verbissen und ich klammere zu sehr... Deswegen schaffe ich es auch nur, die Dinge zu ändern, die mich selbst betreffen..."
Yao lies den Blick von Arthur ab, sah zu seiner Opiumpfeife.


"Aber das war es, was man mir von Anfang an eingebläut hatte... 'Es gibt nichts was wichtiger auf dieser Welt ist als du selbst... Kämpfe um das, was dir wichtig ist, lasse nicht zu, dass man es dir nimmt, lasse nicht zu, dass man dir falsches gibt und bleibe dir so, wie du jetzt bist auf ewig treu...'"


Wieder leicht wütend zerbröckelte er die Opiumpfeife in seiner Hand, erinnerte sich an die Zeit von früher, in der man ihm das immer wieder einredete. Daran, dass er nicht mal das Haus verlassen durfte, denn alles andere war ja nicht wichtig. Alles andere durfte ihm nicht wichtig werden. Es gab nur ihn und das war seine Realität, die er sich zu beugen hatte.


Zuletzt von Wang Yao am Do Feb 14, 2013 11:26 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   So Feb 03, 2013 4:05 am

Noch zwei Schritte und Arthur wäre los gerannt.
Leider war er nicht schnell genug gewesen und Yao griff nach dem Strick und zog ihn wieder zu sich, wodurch seine Hand erneut schmerzte.
Arthur erwiderte den bösen Blick als Antwort auf das was ihm der Chinese sagte meinte er: „Du denkst daran das die Hand gebrochen ist?“
Als ob er ihn um Erlaubnis für irgendwas fragen würde.


„Wenn du mich eh nicht hier haben willst..“ ,setzte der Brite an „Freut es dich vielleicht zu hören, dass ich auch gar nicht hier sein will. Ich verstehe sowieso nicht was das hier soll. Und warum du mich nicht gehen lassen willst.“
„ Das bringt dir am Ende nur noch mehr Probleme.“, fügte er noch hinzu.
Mehr als du jetzt eh schon hast…
Viellicht konnte er ihn ja doch überzeugen? Aber Yao band den Strick nun um sein eigenes Handgelenk, was jede erneute Fluchtmöglichkeit unmöglich machen zu schien.

Der Chinese zog ihn weiter. Arthur ging hauptsächlich deshalb mit, weil es verdammt weh an der Hand tat, wenn dran gezogen wurde, auch wenn der junge Chinese sie ihm verarztet und einen Verband drum gewickelt hatte.
Ihm passte das Ganze nicht.
Man merkte nach und nach wie die Gegend wieder besser wurde und sie verließen das Ghetto.
Ein paar der Leute hier gucken skeptisch ‚Helft mir‘ wollte Arthur ihnen stumm mitteilen aber wenn schon die Europäer nichts getan hatten, konnte er hier wohl auch keine Hilfe erwarten.

Arthur beobachtete wie die Stimmung des Chinesen sich immer wieder zu ändern schien.
Irgendwann zog er eine Opiumpfeife aus seinem Ärmel hervor, seufzte und begann zu rauchen.
Er holte noch eine zweite hervor und gerade als Arthur sich fragte, was zum Teufel er alles im Ärmel hatte, steckte Yao ihm diese in den Mund.
Dann setzten sie sich auf eine Bank. Arthur dachte sich was soll‘s und zog auch an der Pfeife. Zunächst hustete er aber dann ging es. Ein sehr positiver Nebeneffekt des Opiums, was ja auch ein Betäubungsmittel war, war das der Schmerz in seiner Hand nachließ, oder er ihn zumindest nicht mehr wirklich spürte.

Das abwechselnde Verhalten des Chinesen verwirrte ihn. Er wechselte die ganze Zeit von gut zu böse, was ihn unberechenbar auf der einen und auch irgendwie gruselig auf der anderen Seite, machte.


Danach wirkte Yao ziemlich traurig und zum ersten Mal heute, fand Arthur sah man ihm sein Alter an.
Er hörte dem Asiaten zu und für einen Moment vergas er seine ganze Wut kurz, Yao tat ihm einfach nur leid. Außerdem öffnete er sich ihm gegenüber was den Briten zunehmend irritierte.


Auf die Frage was ihn abhielt antwortete Arthur schlicht: „Verantwortung.“
Auf die Sache mit America sagte er nichts. Er hatte nicht fahren können, sonst hätte er es auch gemacht. Er war so schon oft da gewesen wenn er eigentlich gar nicht sollte und hat dafür ordentlich die Leviten gelesen bekommen.

Artur hörte zu wie Yao sich ihm weiter öffnete. Und schwieg erstmal. Als er jedoch erneut America ansprach entschied er sich zu antworten.
„Ich habe ihn nicht gehen lassen und ich wollte ihn nicht gehen lassen“, erklärte er.
„Aber er hat einen Krieg geführt und ich habe verloren, habe ihn verloren.“, auch im Blick des Briten lag jetzt unendliche Traurigkeit.


Viellicht hatte Yao Recht. Vielleicht waren sie sich doch ähnlicher als angenommen?
Das hatte Arthur auch schon überlegt. Er hatte auch seine Traditionen an die er festhielt, sie beide versuchten höflich zu bleiben konnten aber ganz schön ausrasten und sie beide tranken Tee.
Viellicht wären sie unter anderen Umständen sogar Freunde geworden?
Aber es gab einige Punkte in denen sie sich zu sehr unterschieden.

Der Engländer bemerkte nicht, dass sich Yaos Stimmung von Trauer wieder in Wut verwandelte und sprach deshalb unbedacht weiter: „Ich glaube du hast Angst. Aber ich kann nicht genau sagen, wovo du Angst hast.“, bezog er sich auf Yaos Bemerkung das er feige sei.
„Und ich glaube auch das du deinem Kaiser nicht weniger Loyal ergeben bist als ich meiner Königin.“, fügte er hinzu.
Dann schaute er nachdenklich durch die Gegend. „Wenn du das mit Japan schon kommen siehst…Warum tust du nichts dagegen? Und wartest erst ab bis es zu spät ist?“
Er seufzte leicht ehe er fortfuhr. „Den gleichen Fehler machst du jetzt auch. Anstatt mich gehen zu lassen wartest du auf…was?“, fragte er.
„ Danach ist es zu spät und du hast den Ärger. Du und dein Land…“
„Denkst du auch mal was zu Ende? Du musst mich irgendwann gehen lassen und dann? Oder was willst du machen?“
Ehe Arthur weitersprechen konnte kam auf einmal ein Mann angerannt und teilte Yao auf Chinesisch mit, das britische Kriegsschiffe ganz in der Nähe waren.
Arthur verstand das natürlich nicht und rechnete auch erst in ein paar Tagen mit der Flotte, die eigentlich noch gar nicht zum Kämpfen hergekommen war.
Skeptisch blickte er zu dem beiden Asiaten die sich unterhielten.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   So Feb 03, 2013 5:16 am

Yao hatte weitestgehend geschwiegen. Auf die Sache mit Japan verlor er kein weiteres Wort, er wollte nicht darüber nachdenken. Er wüsste auch nicht, was er jetzt sagen solle. Er hatte das Gefühl, Arthur hätte ihn eh nicht verstanden.
Er hatte den Briten angesehen, während dieser sprach und sein Blick wurde zunehmen wütender. Denn er hatte Recht mit dem was er sagte. Oft handelte der Chinese intuitiv, einfach aus dem Bauch heraus.


Früher war er mal ein guter Stratege und Kämpfer gewesen doch er war zu alt geworden und das wusste er. Er wollte es auch nicht mehr, er hatte von Kämpfen genug, er musste zu oft ansehen, wie sich andere bekriegten und er wollte, dass das alles endlich ein Ende fand.
Yao wollte seinen Frieden finden, doch die Unsterblichkeit hinderte ihn daran, so versuchte er wenigstens im Leben so glücklich wie möglich zu sein.
Das war auch der Grund, warum er den Engländer nicht gehen ließ, er hoffte sich einfach, dass wenn sie mehr Zeit mit einander verbrachten, Freunde werden und alles, was bis her geschah einfach hinter sich lassen könnten.


Denn auch der Chinese hatte das Gefühl, sie hätten unter anderen Bedingungen wohl gute Freunde sein können und wenn ihm diese Welt die Bedingungen nicht gab so versuchte er sie sich selbst zu machen. Irgendwie musste es klappen, er wollte das es klappte.
Der Gedanke an die Freundschaft und die Vorstellung daran, wie sie sich wohl verstehen würden, wäre das Ganze nicht so abgelaufen, ließen den Chinesen sanft auf lächeln.


Kurz sah er zu Arthur, welchem er am Ende kaum noch zugehört hatte, er war viel mehr in seinen Gedanken verloren. Da schon kam ein Kurier an und überbrachte ihm die Nachricht, dass sich britische Kriegsschiffe direkt auf dem Weg hier her befanden und wohl auf bald die Häfen erreichen würden.
Yao zog die Augenbrauen an, verengte die Augen. Schnell war er aufgesprungen und zu dem Briten gesprintet. Dabei hatte er die Faust ausgeholt und ohne zu zögern dem anderen in das Gesicht gedonnert.


Durch den Aufprall des Schlages Flug Arthur durch die Luft in einen Laden hinein, Yao, welcher ja durch das Strick mit dem Briten verwunden war wurde sogleich hinter her gezogen. Unsanft landete er auf Arthur und sah diesen mit einem nun hasserfülltem Blick an.
Mit einem Ruck hatte der Chinese den anderem an den Kragen gepackt und zu sich gezogen.
"Du Mistkerl!", schrie er wutentbrannt. Erneut verpasste er ihm eine mit der Faust.


"Du hast nur Zeit geschunden!", fuhr er rasend fort. "Du wolltest doch gar nicht verhandeln, du wolltest mich nur ablenken, damit du ungehindert hier einmarschieren kannst!"
Yao hatte sich kaum noch unter Kontrolle. Er war so wütend, dass er hätte platzen können. Er dachte vor Zorn nicht mal daran, dass er ja hätte englisch sprechen müssen.
Er war wütend und auf der anderen Seite auch irgendwie enttäuscht, enttäuscht von sich selbst, dass er eben noch an eine mögliche Freundschaft nachgedacht hatte.


Yao zog einen kleinen Dolch aus seinem Ärmel, hielt diesen an die Kehle des Briten. "Damit wirst du nicht davon kommen, das schwöre ich dir", hauchte er mit einem bösen Unterton, weiter auf Chinesisch.
Nun setzte der Chinese den Dolch an, langsam streifte er damit über die Haut des anderen, auf welcher sich nun ein seichter blutiger Schnitt bildete.
Danach rammte er den Dolch neben Arthurs Kopf in den Boden. Yao hob einmal die Hand, kurz wartete er. Dann lies sich eine Taube auf seiner Hand nieder. Der Chinese blickte zu ihr. Mit der andere Hand holte er einen Zettel, einen Pinsel und etwas Tusche aus seinen Ärmeln hervor.
Nachdem er die Tusche schnell zusammengemischt hatte begann er rasch, jedoch ordentlich einen Brief zu schreiben.


Als er damit fertig war, band er den Brief um den Fuß der Taube, danach hob er seine Hand erneut worauf der Vogel wegflog um die Nachricht zu überbringen. Yao wollte so schnell wie möglich auch sein Militär mobilisiert haben, möglichst noch, bevor die Schiffe des Briten in seinen Häfen eintrafen.
Dann packte der Chinese wieder seine Utensilien bei Seite und sah zu dem anderen hinab. Noch immer war sein Blick durchzogen von Wut
Doch er hatte nicht mittlerweile wieder etwas beruhigt. "Du bist echt das Hinterhältigste was ich in meinem ganzen Leben jemals zu Gesicht bekommen musste...", sagte er dann wieder etwas bestimmter. Yao hatte sich auch bereits wieder genug im Griff um englisch mit ihm zu reden. "... Arthur Kirkland!", er hatte den ganzen Namen mit so viel Verachtung ausgesprochen wie noch nie etwas anderes zu vor.


Yao kam dem Briten gefährlich nahe, sah ihm tief in die Augen. Mit einem Finger hob er das Kinn des anderen an. "Du bist es nicht mal mehr Wert, gehasst zu werden...", hauchte er ihm dann mit unheilvoller Stimme ins Gesicht.
"Nun wundert mich gar nicht mehr, dass Amerika nichts mehr von dir wissen wollte..!", fuhr er leise fort.
"Wer will schon zu solchem Abschaum wie dir gehören?"
Danach ging er wieder mit dem Gesicht zurück, sah aber weiterhin zu dem Briten unter sich herunter.


Langsam erhob sich der Chinese von dem unter ihm, seinen Blick weiter auf ihn gerichtet. Erst vorsichtig, setzte er den Fuß auf den Brustkorb Arthurs nieder, trat dann jedoch mit gewaltigem Druck zu ehe er sich abwandte.
Yao umfasste den Strick, riss diesen mit einem Ruck auseinander und warf es dem Engländer hin. Danach blickte er zu dem Chinesen, welcher ihm die Nachricht von der Ankunft des britischen Kriegsschiffes berichtet hatte und schickte ihn mit einem Winken weg. Nun ging Yao langsam von dannen, blickte dabei in den Himmel hinauf.
Nun war es soweit. Schon bald würde der Krieg entbrennen und der Chinese musste alle Kräfte die er besaß mobilisieren, er hatte nicht vor gegen Arthur zu verlieren.


Kurz noch warf er einen Blick zu dem Briten hinter sich, "Ein schönes Leben noch...", wünschte Yao ihm dann, jedoch mit einer Stimme, die wohl ein schreiendes Kind verstummen lassen könnte. Auch wenn er wieder chinesisch sprach, er war sich sicher, Arthur würde ihn schon verstehen. Denn das gab er mit seinem Blick, von Hass erfühlt, zu verstehen.
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Mo Feb 04, 2013 12:42 am

Arthur sah wie Yao schon wieder sauer wurde.
Fast tat ihm leid was er gesagt hat. Immerhin hat Yao sich ihm geöffnet und das meiste was von ihm dafür zurück kam waren irgendwelche Vorwürfe.
Aber wenn Arthur erstmal sauer war, war es meistens Vorbei mit der Vernunft und dann viel es ihm unglaublich schwer sich in andere reinzuversetzen.


Vielleicht hatte er sich endlich beruhigt, vielleicht war es auch das Opium, von dem er noch einen Zug nahm, aber Arthur beruhigte sich etwas.
Also holte der Engländer noch einmal tief Luft und versuchte nachzufühlen, wie es Yao gehen musste und stellte fest, dass er ja gar nicht alles über ihn wusste.


Also ließ Arthur denn Streit von Anfang an noch mal revue passieren und kam zu dem Schluss, dass er natürlich mit Schuld war. Das er Yao zum Bespiel den westlichen Gruß hatte aufzwängen wollen.
Warum hätte er das nicht einfach lassen können? Er hatte doch ganz genau gewusst, wie Yao dazu stand. Ein Bisschen ärgerte sich der Engländer über sich selbst, auch wenn er Yaos Reaktion für absolut übertrieben hielt.


Yao schwieg wieder eine Weile und lächelte plötzlich, jetzt sah er gar nicht mehr böse aus.
Arthur seufzte kaum hörbar. Konnte er sich mal entscheiden? Die gute Seite oder sie böse Seite.
Natürlich war Arthur der gute Yao lieber, der der ihm Tee anbot und kleinen Mädchen die Puppen nähte.
Auf alles andere konnte er gerne verzichten, auf seine gebrochene Hand zum Bespiel.
Und deshalb würde Arthur sich auch ganz sicher nicht für sein Verhalten entschuldigen.
Aber dafür, dass er ihm jetzt auch noch solche Vorwürfe gemacht hat könnte er eigentlich schon, schließlich war das alles für den Chinesen auch nicht so einfach.




Also sah Arthur zu dem Chinesen und öffnete den Mund „Yao…“, als der andere ja kam und was auf Chinesisch sagte.
Egal was es war, es schien Yao nicht zu gefallen, denn er guckte schon wieder so komisch.
Ehe Arthur sich sorgen machen konnte, was jetzt kam wurde ihm auch schon schwarz vor Augen und ein Schmerz zuckte von seinem Kopf durch den ganzen Körper.


Dann fand sich Arthur benommen in einem Laden wieder, dessen eine Wand er und Yao gerade kaputt gemacht hatten.
Was war denn jetzt los? Der Brite verstand die Welt nicht mehr.
Yao tobte regelrecht.
Er schrie ihn auf Chinesisch an und schlug auf ihn ein.
Da er immer noch gefesselt war konnte sich Arthur auch nicht richtig dagegen wehren und steckte ordentlich ein.

Was sollte das auf einmal? Arthur hatte eigentlich gehofft sie würden jetzt doch noch zu einer friedlichen Lösung kommen und jetzt das.
Oder hatte Yao von Anfang an nur mit ihm gespielt? Ihm was vorgemacht?
Fand er es lustig erst nett zu sein und ihn danach zu verprügeln? Tat man das so in China?


Dann holte Yao einen Dolch heraus und hielt ihn Arthur an die Kehle, mit großen Augen blickte er den Chinesen an.
Das Herz des Briten fing schneller an zu schlagen und eigentlich wollte er dem Chinesen erklären das er kein Wort von dem verstand was er da von sich gab, wagte es aber nicht irgendwas zu sagen.
Der Engländer wusste in welcher er die Klappe halten sollte und wenn jemand ihm ein Messer an die Kehle hielt, war definitiv so eine Situation.
Doch auch obwohl er nichts gesagt hatte schnitt Yao ihm leicht in den Hals.




Als Yao den Dolch hob, kniff er die Augen zusammen, aber Yao rammte ihn neben ihn in den Boden.
Dann schrieb Yao einen Brief.
Wie konnte er jetzt ruhig genug sein einen Brief zu schreiben? Ungläubig starrte er den Asiaten an.


Dann sprach Yao wieder Englisch mit ihm, aber Arthur verstand trotzdem nicht, was er von ihm wollte.
Unsicher begann er zu reden und ignorierte die Sache mit America.
„Das ich das mit Japan gesagt habe tut mir leid…“
Moment warum entschuldigte er sich jetzt? Yao ist doch ausgerastet!
„Aber warum flippst du denn jetzt so aus?“, fragte der Blonde.

Plötzlich ließ der Chinese von ihm ab, zerriss sogar den Strick und sagte wieder was auf Chinesisch.
Nett war es wohl nicht.
Arthur hätte die Sache eigentlich gerne geklärt. Aber wenn er schon mal wieder frei war.
Unsicher sah er sich um. Er hatte keine Ahnung wo er war, aber wollte weg bevor Yao es sich anders überlegte.
Also lief er einfach in irgendeine Richtung los.
Ihm viel ein das ein weiterer Grund für das Treffen gewesen war, dass Arthur Yao sagen wollte das seine Regierung die Flotte schickt, sie aber nicht angreifen würde. Allerdings hatte sich nicht die richtige Gelegenheit geboten und ein Bisschen hatte Arthur das als Trumpf ausspielen wollen.
Egal, dann würde er es einfach in einem Brief schreiben. Er lief weiter in die fremde Stadt hinein.
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Wang Yao
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Mo Feb 04, 2013 1:54 am

Yao verschwand in der Ferne. So schnell er konnte eilte er nach Hause. Auch wenn er Arthur jetzt laufen gelassen hatte, er würde ihn schon wieder finden. Weit würde der Brite wohl nicht kommen, er kannte sich hier ja überhaupt nicht aus und sprach auch kein Chinesisch.
Mit großen Schritten sprang der Chinese über die Dächer der Stadt bis er schließlich zu Hause angekommen war.


Dort tätigte er erst mal ein Bad um seine Seele zu beruhigen. Er hatte sich eben einfach zu viel aufgeregt, er musste wieder etwas runterkommen um mit vollem Verstand gegen Arthur antreten zu können.
Yao ließ sich genug Zeit, er hatte ja bereits seine Truppen losgeschickt, diese könnten die Truppen des Briten schon Einhalt gebieten. Da war sich der Chinese ziemlich sicher, noch hatte er Zeit.


Nachdem er in dem heißen Wasser vor sich hin gedöst und noch mal alles, was Heute geschah durch den Kopf hat gehen lassen, stieg er aus dem Wasser. Schnell hatte sich der Chinese abgetrocknet und danach seine Militäruniform angezogen. Er band noch seine Haare zu einem Zopf zusammen, wie sonst auch, eher er losging.
Doch bevor er das Haus verließ ging er in ein kleines Waffenlager im Keller. Gewöhnlich kämpfte Yao mit seinen Händen und Füßen doch er wollte auf Nummer sicher gehen und so nahm er einen Guan Dao, eine traditionelle chinesische Hellebarde, mit.


Der Chinese ging zurück in die Stadt, nutze jedoch lieber abgelegene Wege, er wollte mit seiner Waffe nicht zu viel Aufsehen erregen und die Bevölkerung verunsichern. Noch war alles friedlich. Irgendwann erblickte Yao den Briten, welcher durch die Stadt irrte, noch ehe er zu ihm ging, beschloss er, sich eine Mahlzeit zu gönnen und zu beobachten.
Er hatte schon lange nichts mehr richtiges zu sich genommen. Er hatte in letzter Zeit einfach keinen Appetit gehabt, was wohl vom ganzen Opium kam, den er geraucht hatte.


Auch jetzt war er nicht sonderlich heiß auf eine große Mahlzeit, doch er wusste, wenn er richtig kämpfen wollte, hatte er sich zu stärken.
Yao hatte seinen Blick stets auf Arthur gerichtet, er hatte nur einmal kurz dem Kellner höflich zu genickt, als dieser ihm das Essen gebracht hatte.
Etwas dachte er über das nach, was noch vorhin passiert war. Warum war der Engländer so darüber verwundert gewesen, dass Yao so wütend wurde. Konnte er sich das denn nicht denken? Für Yao stand eigentlich fest, dass Arthur ihn nur reingelegt hatte, doch je mehr er darüber nachdachte, desto mehr zweifelte er daran. Vielleicht war das Ganze ja auch ein Missverständnis und die Schiffe kamen aus anderen Gründen...


Yao schüttelte den Kopf. Nein... das kann nicht sein..., dachte er. Warum sollten die Schiffe sonst hier sein... Er wollte mich nur in Sicherheit wiegen...
Wütend zerkaute er das Stück Fleisch zwischen seinen Zähnen. Sah weiter hin zu Arthur, nachdem dieser aber langsam aus seinem Blickfeld zu verschwinden drohte, stand Yao auf. Er wollte seine Spur nicht verlieren, jetzt wo er ihn hatte.
Ohne daran denken Geld auf den Tisch zu legen, stand er auf und lies den Rest des Essens stehen. Unauffällig folgte er dem Briten, blieb soweit es ging auf Abstand.
Er wollte ihn mit einem Angriff überraschen, doch erst, wenn sie etwas abseits der Menschenmassen waren, von welchen er bereits etwas verwundert angestarrt wurde. Getuschel machte sich breit.


Mit dem großen Guan Dao über die Schulter gelegt und der Militäruniform stich er doch etwas aus der Masse hervor.
Normaler Weise wäre ihm das wohl eher egal gewesen, doch gerade jetzt störte es ihn, er wollte nicht, dass so vielleicht Arthur auf ihn aufmerksam wurde. Doch er konnte auch nicht wie beim Hinweg durch die Seitengassen schleichen, das wäre zu umständlich um Arthur weiter im Auge behalten zu können.
Kurz warf Yao einen leicht bösen Blick zu den Passanten, welche nun das Getuschel verstummen ließen.


Während er dem Briten folgte, versuchte er sich eine gute Taktik zu überlegen. Er könnte mit einem Satz zu dem anderen rüber springen, ihm schnell mit seinem Guan Dao den Kopf abhacken und die Sache wäre erledigt. Doch so wollte er nicht vorgehen. Das empfand er zu einfach und vor allem als zu hinterhältig. Er wollte ein, soweit es möglich war, fairen Kampf.
Eigentlich war das durch Arthurs gebrochene Finger kaum noch möglich, aber daran konnte er nun auch nichts mehr ändern. Er würde sie noch etwas behandeln können, aber mehr als den Schmerz lindern tat das auf Anhieb auch nicht.
Aber er könnte ihm ja wenigstens die Fesseln lösen.


Yao nahm den Guan Dao von seiner Schulter, sprintete dann auf den Briten zu. Kurz bevor er direkt hinter diesem stand sprang er auf, über ihn rüber und landete vor ihm. Der Chinese hielt Arthur den Guan Dao entgegen, sagte kein einziges Wort.
Sein Blick fiel auf die noch immer zusammen gebundenen Hände seines Gegenüber. Mit einem Ruck hatte er die Fesseln zerschnitten und Arthur so mehr Freiheit geboten.
"Ich will keinen unfairen Kampf...", setzte er an, hatte seinen Blick weiter auf den Briten gerichtet. "Lass uns etwas essen gehen... zu Kräften kommen... Danach können wir anfange...", schlug er vor, oder befahl es mehr. Er wollte da keine Ausreden hören.
Ihm war es egal, ob Arthur das jetzt gutheißen würde oder nicht.


Langsam drehte er sich von dem Briten weg, war sich sicher, dass dieser nicht abhauen würde. Yao legte sein Guan Dao wieder über die Schulter und ging auf das nächste Restaurant zu. Auch wenn er eben schon in einem war, er hatte ja kaum was gegessen, weil er befürchten musste, Arthur aus den Augen zu verlieren.
Kurz warf er noch einen Blick zu dem Engländer, deutete mit einem Wink an, dass er ihm folgen solle und betrat danach das Restaurant.
Yao stellte seinen Guan Dao ab und setzte sich an einen Platz am Fenster, bestellte erst mal für sich und Arthur einen Tee und eine Vorsuppe ehe er in die Speisekarte schaute.


Mal gut, dass er sich wieder beruhigt hatte. Wäre er noch immer so wütend wie vorhin, hätte er dem Briten wohl wirklich einfach den Kopf abgeschlagen. Ein Glück für diesen, dass Yao vorhin noch keine Waffe dabei hatte. Sonst hätte das Ganze ganz anders ausgehen können und wer weiß, was der Chinese damit losgerissen hätte, hätte er Arthur kompromisslos getötet.
Nein daran wollte er gar nicht denken. Vermutlich hätte sich danach die halbe Welt gegen ihn gestellt. Obwohl... einige wären vielleicht auch froh gewesen, aber so genau konnte Yao diese Situation nicht einschätzen. Dafür kannte er sich zu wenig im Rest er Welt aus.


Yao schüttelte den Kopf. Ist doch egal... Dazu ist es nicht gekommen... Ein leises Seufzen entkam seinen Lippen. Wozu also großartig Gedanken drüber verlieren... Ich sollte lieber das Beste aus der jetzigen Situation machen.
Ja, das wäre wohl wirklich das Beste. Denn jetzt würde erst alles beginnen. Er hatte sich schon vorhin halb im Krieg gefühlt, doch der richtige hatte noch gar nicht begonnen.
Der richtige Krieg stand noch bevor und lange würde es nicht mehr dauer.
Nein... der Countdown lief schon.
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Arthur Kirkland
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BeitragThema: Re: Gefährlicher Handel~ [Erster Opiumkrieg ,China 1839-1842]   Mo Feb 04, 2013 7:32 pm

Arthur drehte sich noch einmal um, aber Yao war verschwunden.
Der Brite runzelte die Stirn. Was hatte das alles zu bedeuten?
Aber er lief weiter, nachdem der Schreck nachgelassen hatte und sein Adrenalinspiegel sich wieder normalisiert hatte kam langsam der Schmerz durch.
Nicht nur in seiner Hand, sondern jetzt auch im Rest seines Körpers tat weh, schließlich war er einmal durch die Luft geflogen und hatte einige Schläge abbekommen. Außerdem schmerzte sein Brustkorb, welcher zwar etwas geknackt hatte, nachdem Yao draufgetreten war, aber wahrscheinlich nicht gebrochen war.

Der Engländer lief um die nächste Ecke und sah genervt auf seine Hände, die immer noch gefesselt waren.
Insgesamt eine ziemlich blöde Situation für ihn.
Arthur entschied, dass er das Beste wäre zum Hafen zu gehen, denn er wollte verdammt noch mal nach Hause.
Und dort könnte er ein Schiff nehmen und einfach weg hier.
Auch wenn er anderen Kulturen, besonders den Asiatischen sehr aufgeschlossen gegenübertrat, gerade hatte er China satt, einfach satt.
Er wollte zurück nach England. Er vermisste seine schönen übersichtlichen Städte, Big Ben,die Themse ja er vermisste sogar den verdammten Regen.
Und das obwohl er erst ein paar Tage von zuhause weg war.

Zuerst sollte er mal die dummen Fesseln loswerden, entschied er. Aber wie?
Und den Weg zum Hafen müsste er auch irgendwie in Erfahrung bringen.
Arthur blieb wohl nichts anderes übrig als irgendwen zu fragen.
Aber verstand ihn auch jemand?
Er suchte sich eine Person in der Menge aus und ging auf den Mann zu.
„Excuse me, Sir…“, setzte der Brite an, aber der Chinese runzelte nur skeptisch die Stirn, drehte sich um und ging einfach.
Arthur sah ihm nach.

Wären seine Hände nicht aneinander gebunden gewesen, hätte er sich vermutlich jetzt mit der Hand gegen die Stirn geschlagen.
Natürlich ging er weg.
Arthur musste eine kuriose Erscheinung abgeben. Ein junger Mann überall zerkratzt, dreckig und noch dazu gefesselt. Hinzu kam noch, dass er offensichtlich kein Asiate war.
Wahrscheinlich hielten die Leute ihn für einen Europäer aus einem dieser verdammten Ghettos der Gott weiß was da machte.


Also lief Arthur schnell weiter,denn das letzte, was er jetzt brauchen konnte, waren beunruhigte Zivilisten, die ihm die Polizei oder sonst was auf den Hals hetzten.
Aber wie sollte er von hier zum Hafen kommen, verdammt noch mal?
Er stellte sich vor ein Schild mit Schriftzeichen drauf und starrte es an, als ob er davon irgendwann lesen könnte, was drauf stand.
Seufzend wandte er sich wieder ab.

In so einer Situation war er noch nie gewesen.
Er ist zwar auch schon öfter zum Beispiel in Frankreich rumgeirrt, aber nach hundert Jahren Krieg beherrschte Arthur die Sprache ganz gut und kam wunderbar zurecht.
Das einzige Wort was er hier verstand war Hallo und England, das hatte Yao ja oft genug zu ihm gesagt.
Es gab zwei Möglichkeiten. Entweder lief er los und fand den Hafen, oder er lief los und fand einen Berg, von dem aus er sich orientieren könnte.
Aber China war groß. Erneut seufzte der Brite und entschied, dass er zunächst einmal die Fesseln loswerden wollte und lief weiter.

Um seine Gedanken von dem Schmerz abzulenken, dachte er noch etwas über Yao’s Verhalten nach.
Kurz schummelte sich der Gedanke dazu, dass er jetzt nichts gegen ein Bisschen Opium hatte, denn das betäupte, aber er verwarf den Gedanken schnell wieder.
Dann dachte Arthur weiter, immer noch umherirrend, über den Chinesen nach.
Sein Verhalten war so wechsel-und-rätselhaft, dass Arthur beinahe annehmen könnte, Yao habe eine gespaltene Persönlichkeit, aber der Brite wusste es besser.

Und genau deswegen konnte er nicht einfach nur sauer auf ihn sein. Weil er einfach wusste das mehr dahinter stecken musste.
Ihm kam der Gedanke, ob es vielleicht damit zusammen hing, was Yao mitgeteilt worden war, das musste der Auslöser für sein erneutes Ausrasten gewesen sein, aber was könnte er nur gesagt bekommen haben?

Unschlüssig lief Arthur einfach weiter dahin wo ihn seine Füße trugen und ging weiter seinen Gedanken nach, als er hinter sich eine Bewegung wahrnahm.
Und plötzlich sprang Yao über ihn, stand vor ihm und hielt ihm eine asiatische Waffe entgegen.
Arthur schnappte hörbar nach Luft. Vor Schreck wäre er beinahe einfach nach hinten gekippt, erstrecht als Yao das Ding anhob, allerdings trennte er nur Arthurs Fesseln durch.

Mit großen Augen sah er den Chinesen an als dieser anfing zu reden und obwohl die Worte von Yao kamen, war es schön, mal wieder etwas auf Englisch zu hören.
Was er allerdings sagte, war weniger erfreulich.
Wollte er wirklich mit ihm kämpfen? Oder vertat er sich mit dem englischen und meinte etwas ganz anderes?
Unsicher ging er dem Chinesen erstmal nach in das Restaurant.


Weglaufen stellte für ihn keinen Sinn war, wenn Yao ihn einmal gefunden hatte, würde er es auch wieder tun, ganz davon abgesehen das Arthur in China so gut wie aufgeschmissen war, außer hinter der nächsten Ecke wäre zufällig der Hafen und das bezweifelte der ehemalige Pirat, dass würde er merken.
Und er war nicht der Typ der weglief.

Yao bestellte und kurz darauf wurde ihnen auch schon Tee und Suppe gebracht.
Dankend nahm Arthur den Tee entgegen und trank etwas davon. Genau das brauchte er jetzt.
Dann dachte er weiter über die Worte des Chinesen nach.
Wollte er wirklich kämpfen? Das ergab in Arthurs Augen nur wenig Sinn und sterben konnte ja auch keiner von ihnen wirklich, außer Yao fuhr rüber nach Europa und versenkte mal eben Britannien im Meer.

Nachdenklich trank Arthur noch einen Schluck Tee bevor er sich an den Chinesen wendete.
„Ich verstehe dich nicht.“, sagte der Engländer dann ehrlich.
Diesmal würde Arthur besser aufpassen auf das was er sagte, denn auch wenn er so unbeschreiblich wüten auf Yao war, würde er sich doch hüten diesen noch mal zu provozieren, zumindest vorerst.
Er sagte was von fairem Kampf. Wenn er wirklich kämpfen meinte sah die Situation für Arthur echt mies aus. Gebt mir ein ordentliches Schwert, einen Degen oder eine anständige Pistole und ich zeig dir einen fairen Kampf, dachte sich der Brite frustriert.
Eigentlich hoffte er immer noch Yao meinte was anderes, denn eigentlich wollte Arthur nur noch nach Hause zurück…
Denn auch wenn es für manche nur schwer zu glaube sein durfte, etwas Necken und Streiten war eine Sache, aber richtig kämpfen tat der Brite garnicht so gerne...
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